Kapelle zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes – „Schwedenkapelle“

Die Kapelle zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes, die umgangssprachlich auch als „Schwedenkapelle“ bekannt ist, besteht aus einem massiven eingeschossigen Bau mit Ziegeldach und Aufschieblingen über einem quadratischen Grundriss von 12 Quadratmetern Fläche. Ursprung und Alter dieser Kapelle liegen im Dunkeln. Der Sage nach soll ein Reiter während des „Schwedenkrieges“ [Dreißigjähriger Krieg 1618-1648] diese Kapelle gestiftet haben, nachdem er mit seinem Pferd einen Felsenhang hinuntergestürzt war und wie durch ein Wunder überlebte. Bedauerlicherweise sind weder in Bauerbach noch in Bretten Unterlagen erhalten geblieben, die das Geheimnis ihrer Entstehung lüften.
Im Inneren steht ein Verehrungsbild der schmerzhaften Mutter Gottes mit Jesus, das aus der Zeit der deutschen Renaissance (etwa um 1600) stammt. Flankiert wird die Pietà vom Heiligen Wendelin zur Linken und vom Heiligen Antonius zur Rechten. 1902 erwarb die Gemeinde das Grundstück mit Kapelle vom damaligen Frühmeß- und Kapellenfond, der den Unterhalt bis dahin bestritten hatte. Kurz zuvor war die Kapelle vom katholischen Oberstiftungsrat in Karlsruhe auf ihren Bau- und Kunstwert hin untersucht worden, um den Wertersatz zu ermitteln, da die Gemeinde zur Regulierung der Straßenbreite die Kapelle kaufen und abreißen lassen wollte. Das Ergebnis dieser Untersuchung fiel nüchtern aus: „Die Kapelle…zeigt keinerlei Formen, um daraus auf ihr Alter schließen zu können. Das sehr beengte Innere hat nur geputzte Decke und glatte Wände, die über und über mit allerlei eingebrachten Bildern, nicht gerade geschmackvoll, behängt sind. Das Verehrungsbild (…) aus Holz geschnitten, ist der einzige Gegenstand, der auf kunsthistorischen Wert Anspruch machen könnte…“. Letzten Endes entschied sich die Gemeinde gegen den Abriss und so ist dieses Kleinod bis heute erhalten geblieben und steht heute unter Denkmalschutz. Von 1997-1999 wurde die Kapelle von Rentnern ehrenamtlich saniert und instandgesetzt.