Amtshaus / Alte Schule

Amtshaus

Das Amtshaus des Domkapitels Speyer wurde 1764 nach Rissen des Werkmeisters Hotter errichtet und diente bis 1795 als Amtsstube und Wohnung des Amtskellers (Amtmann) des fürstbischöflichen Hochstifts. Über dem Eingang des spätbarocken, zweistöckigen Massivbaus prangt das Wappen des Domkapitels in Rocaille, Madonna mit Kind auf der Mondsichel über dem Kreuz im Feld. Darüber befindet sich ein Chronogramm, ein barockes Zahlenrätsel, das nach Addierung der römischen Zahlen der Hausinschrift das Baujahr -1764- ergibt. Nach der Auflösung des Domkapitels fiel das Gebäude 1803 an Baden und kam nach öffentlicher Versteigerung 1805 in Privatbesitz und wurde von 1811 bis 1862 als Realgastwirtschaft mit Schildgerechtigkeit „Zum Badischen Hof“ genutzt. 1862 kaufte die Gemeinde das Gebäude und ließ es zu einer Volksschule umbauen. In dieser Funktion verblieb es bis zum Neubau der Volksschule im Jahre 1960.

Die imposante Freitreppe mit schmiedeeisernem Geländer über dem hohen Kellereingang diente immer wieder als Kulisse für Klassenfotos. Zwischen 1961-1988 mietete eine Pforzheimer Uhrenteilefabrik die Räume im Erdgeschoss für Montage- und Kontrollarbeiten, die unter anderem Ritzelkäfige für Carrera-Bahn-Autos herstellte. Heute wird das Gebäude von den Landfrauen und dem Musikverein genutzt.

(Freitreppe mit Kreuz des Domstifts um 1908 und Schulklasse von 1909, Stadtarchiv Bretten)