Integriertes Quartierskonzept

Unter Berücksichtigung städtebaulicher, denkmalpflegerischer, baukultureller, wohnungswirtschaftlicher und sozialer Belange zeigen integrierte Quartierskonzepte technische und wirtschaftliche Energieeinsparpotenziale im Quartier auf. Ein Quartier sind stets mehrere flächenmäßig zusammenhängende private und/ oder öffentliche Gebäude, inklusive der öffentlichen Infrastruktur, und es entspricht einem Gebiet unterhalb der Stadtteilgröße. Hierzu zählen u. a. städtebauliche Sanierungsgebiete oder auch Gebäudeeinheiten mit vorhandener oder beabsichtigter gemeinsamer Wärmeversorgung. Zudem beinhalten integrierte Quartierskonzepte einen konkreten Maßnahmenkatalog, um kurz-, mittel- und langfristig CO2-Emissionen, im Sinne des Energiekonzeptes der Bundesregierung, zu reduzieren. Somit dienen sie, in Bezug auf eine energieeffizienzorientierte Investitionsplanung, als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe.

Bei der Vorselektion des Quartiers hat die Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe auf vorhandene Studien zurückgegriffen und auch bereits existierende Konzepte berücksichtigt. Das beabsichtigte Quartier befindet sich im zentralen Ortsbereich. Die Gesamtgebäudeanzahl beträgt ca. 128 Gebäude, darunter:

  • 110 Ein- und Mehrfamilienhäuser, Einzelhandel, private Dienstleistungen
  • 18 öffentliche und kirchliche Gebäude, davon:
    • Johann-Peter-Hebel-Schule
    • Melanchthon-Gymnasium
    • Altenpflegeheim
    • Jahnhalle
    • Kirche
    • Pfarrhaus
    • Polizei
    • Stadtparkhalle.

Die Gebäude stammen hauptsächlich aus den Jahren 1950 bis 1970. Dementsprechend hoch wird der energetische Sanierungsbedarf eingeschätzt. Die Energieversorgung erfolgt über ein Stromnetz, sowie ein Erdgasnetz der Stadtwerke Bretten. Darüber hinaus werden auch Heizöl und andere Energieträger genutzt.

Die vorgesehenen Akteure sind die Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe, die Stadt Bretten, die Stadtwerke Bretten, die Kirchengemeinde und die privaten Eigentümer. Vor allem das aktive Zugehen und die Beteiligung der Bürger sind ausschlaggebend für die Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen. Zudem erhöht die Steigerung der Sanierungsrate die regionale Wertschöpfung.

Ziel ist es, ein integriertes Quartierskonzept für energetische Sanierungsmaßnahmen zu erarbeiten, welches

  • die Energieverbräuche analysiert
  • die Einsparpotenziale ermittelt
  • die Eigentümer- und Versorgungsstrukturen ermittelt und bewertet
  • Akteure miteinbezieht
  • eine Erstberatung der Bürger anbietet
  • die Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden und Infrastrukturen aufzeigt
  • konkrete Maßnahmen vorschlägt.

Für die Finanzierung integrierter Quartierskonzepte gewährt die KfW einen Zuschuss in Höhe von 65 % der förderfähigen Kosten. Zuschussfähig sind die im Rahmen des Projektes anfallenden Sach- und Personalausgaben für fachkundige Dritte. Des Weiteren darf die Finanzierung aus Mitteln des Bundes und der Länder einen Anteil von 85 % nicht übersteigen, d. h. der Eigenanteil der Kommune beträgt mindestens 15 %. Für die restlichen 20 % ist eine Co-Finanzierung mit Banken, Energieversorger, etc. möglich. Darüber hinaus beträgt der maximale Zuschussbetrag für den/die Sanierungsmanager insgesamt 150.000 Euro je Quartier. Der Förderzeitraum für die Beschäftigung eines Sanierungsmanagers beträgt maximal 3 Jahre.

Beginnend ab dem Datum der Auftragserteilung, sollte die Fertigstellung des Konzeptes i. d. R. nach einem Jahr abgeschlossen und durch den Auftraggeber abgenommen sein. Nach Abschluss des Projektes, spätestens jedoch 18 Monate nach Zusage über die Auszahlung eines Zuschusses für die Erstellung eines integrierten Quartierskonzeptes, ist ein Nachweis über die Erstellung des Konzeptes zu führen. Bei Nichterfüllung der der Zuschussgewährung zugrunde liegende Anforderungen behält sich die KfW die Rückforderung des bereits ausgezahlten Zuschussbetrages (inkl. Zinsen) vor.

Merkblatt KfW

zuletzt aktualisiert: 29.07.2013