Diedelsheim

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 767 und findet sich in Urkunden des Lorscher Codex. Seit 01.01.1975 ist Diedelsheim Stadtteil von Bretten. Rund 3.500 Einwohner.

Die Gemarkung Diedelsheim ist ca. 707 ha groß. Davon sind ca. 188 ha Wald und ca. 396 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Seit 1990 besteht zwischen Diedelsheim und der ungarischen Stadt Hidas eine Städtepartnerschaft.

Ortsverwaltung Diedelsheim

    • Martin Kern
    • Ortsvorsteher
    • Sprechstunde des Ortsvorstehers nach telefonischer Vereinbarung
Ortschaftsrat
Böckle, Ralph FWV
Günderth, Marion Grüne
Gwinner, Jens CDU
Haas, Oliver CDU
Heim, Klaus Jürgen CDU
Kern, Martin CDU
Lauer, Frank CDU
Leins, Rüdiger FWV
Lübeck, Wolfgang FWV
Müller, Harald Grüne
Seeger-Leicht, Jutta CDU

Infrastruktur:

  • Dorfgemeinschaftshaus
  • Schwandorf-Grundschule
  • Pestalozzischule (Förderschule)
  • Evangelischer Kindergarten "Arche Noah"
  • Katholischer Kindergarten "St. Stephanus"
  • Kita FAM e.V.
  • Evangelische Kirche
  • Katholische Kirche St. Stephanus
  • 2 Ärzte
  • 1 Apotheke
  • Einzelhandelsgeschäfte
  • Handwerksbetriebe
  • Bankfilialen
  • Gastwirtschaften
  • Vereine

Besondere Bauwerke:

  • Rathaus
  • Kirche
  • das ehemalige Wasserschloss
  • Haus Renschler (ältestes Fachwerkhaus in der Alten Poststraße)

Freizeit:

  • 4 Kinderspielplätze
  • Skaterplatz
  • Bolzplatz
  • Festwiese
  • Tennisplatz
  • Turn- und Schwimmhalle
  • Grillplatz mit Hütte
  • Vereine

Verkehrsanbindung:

  • Stadtbahnlinie S 9
  • KVV Buslinie 146

Die Geschichte des Stadtteils Diedelsheim - heute

  • 1975: Diedelsheim wird Stadtteil der großen Kreisstadt Bretten
  • 1986: Diedelsheim erhält Ortschaftsräte
  • 1987: Neubau Kath. Kirche und Kindergarten St. Stephanus
  • 1989: Umbau Rathaus
  • 1991: Gestaltung Dorfplatz
  • 1992: Neubau Feuerwehrhaus, Einweihung
  • 1994: 28. Mai: Diedelsheim erhält Stadtbahnhaltestelle S 4
  • 1994: Strecke Bretten-Bruchsal, die Stadtbahn verkehrt ½ stündig -Erschließung Diedelsheimer Höhe zum Einkaufszentrum
  • 1998: Glockenweihe Kirche St. Stephanus
  • 1999: Gewann "Malschäcker" wird Baugebiet
  • 2000: Ausbau der Göhringsgasse -Umbau des Ev.Kindergartens
  • 2001: Aufstellung des Bebauungsplanes "Brühl" -Ausbau der Gondelsheimer Straße -Verlagerung der Tennisanlage in das Gewann "Riedwiesen" -Ausbau der Lessingstraße Vorschau: -Umbau des alten Feuerwehrhauses in ein Dorfgemeinschaftshaus -Freiwillige Baulandumlegung im Bereich "Ebene/ See"
  • 2001: ist Diedelsheim eine Wohngemeinde mit 3.265 Einwohner. Sie ist durch die Stadtbahn und Buslinie gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. An Infrastruktur-Einrichtungen sind vorhanden: Verwaltungsstelle im Rathaus, Grundschule, Pestalozzi-Förderschule, Schwimm- und Turnhalle, Kindergärten, Ärzte, Apotheke, Bankfilialen, Lebensmittelmarkt, Metzger, Selbstvermarktung, Bäcker, Blumenladen, 4 Gastwirtschaften, Hotel, Übernachtungsmöglichkeiten, mehrere Vereinsheime, Handwerksbetriebe. Der Ort ist durch sein reges Vereins- und Gruppenleben geprägt: Bürgerverein, CVJM, DRK, Eigenheimer- und Siedlergemeinschaft, Sternfahrerclub, Freiwillige Feuerwehr, Kleintierzuchtverein, Männergesangverein, Obst- und Gartenbauverein, Tennisclub, Turn- und Sportverein.

Die Geschichte des Stadtteils Diedelsheim - damals

Erste Hinweise auf eine Besiedelung der Gemarkung Diedelsheim finden wir aus der Keramikzeit, etwa 2.500 Jahre v. Chr. Weitere Funde aus den folgenden Epochen zeigen, dass in der Bronzezeit und Eisenzeit mehrere Siedlungen bestanden haben müssen. Als die Römer im Jahre 69 v.Chr. bis 67 n.Chr. den Südwesten des germanischen Reiches eroberten, errichteten sie auf den fruchtbaren Landstrichen zur Versorgung ihrer Truppen zahlreiche Gutshöfe (Villa Rustice). Auf der Gemarkung Diedelsheim fand man in den Gewannen "Katzhälde" und "Vor dem See" Fundamentreste dieser Behausungen. Die römische Herrschaft im Kraichgau dauerte bis zum Jahre 259 n.Chr.; danach wurde von den Alemannen der Limes überrannt und die römischen Truppen vertrieben. Der Vermutung nach müsste der Ort nach 496 entstanden sein, da fränkische Siedlungen mit der Endsilbe "heim" endeten (Diedelsheim, Brettheim usw.). Erstmals wird Diedelsheim 767 in Urkunden des Lorscher Codex unter dem Namen "Teutinsheim" bzw. "Ditinesheim" erwähnt. Beide enthalten Schenkungen verschiedener Eigentümer auf der Gemarkung Diedelsheim an das Kloster Lorsch. Im Mittelalter hatte sich neben dem auf die Germaner zurückgehenden Adel auch eine neue Adelsschicht gebildet. Ein Ort war stark aufgeteilt und wurde oft verschenkt, verkauft oder verpfändet. Im 14. Jahrhundert sind im Lehenbuch des Hochstifts Speyer von Diedelsheim drei Belehnungen erwähnt, über die jedoch keine genauen Zeitangaben bekannt sind. Die Grafen Katzenellenbogen, die Herren von Sternenfels und die Kechler von Schwandorf waren zu dieser Zeit Lehensträger des Dorfes Diedelsheim.

Bis ins 18. Jahrhundert konnten die Kechler von Schwandorf die über vier Jahrhunderte bestehenden Rechte in Diedelsheim bewahren. 1749 verkaufte Franz Maximilian Kechler von Schwandorf der Pfalz Lehen und Eigentum am Dorf für 80 000 Gulden. Das der geistlichen Verwaltung Pforzheim zustehende Hofgut auf Diedelsheimer Gemarkung trat Baden an den Kechler von Schwandorf ab, der es ebenfalls an die Pfalz veräußerte. Im Ort Diedelsheim hatten die Kechlerschen Vogtherren ein Schloss, das aus drei herrschaftlichen Häusern, neben Wirtschaftsräumen und Ställen bestand. Noch heute sind die Gebäude an der Schwandorfstraße, - Ecke Mühlgasse, erhalten und zu Wohnzwecken ausgebaut.

Wie alle anderen Gemeinden der rechtsrheinischen Kurpfalz kam Diedelsheim 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss zum Großherzogtum Baden. Bis 1936 war Diedelsheim dem Amt Bretten zugeordnet und kam bei dessen Auflösung zum Landkreis Karlsruhe. Nach dem Krieg wurden 126 Flüchtling und Heimatvertreiben der Gemeinde zugewiesen und durch den Zuzug weiterer Personen vergrößerte sich die Wohnungsnot. Nach der Währungsreform 1948 wurden die Voraussetzungen für einen Wiederaufbau geschaffen. Im Gewann "Frontal" entstand ein Siedlungsgebiet in dem für Neubürger in Zusammenarbeit mit dem Ev. Hilfswerk Wohnraum geschaffen wurde. Mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung entwickelte sich die Gemeinde sehr rasch. Die 2000 Einwohner-Grenze wird überschritten und mit der Erschließung der Gewanne "Kelterhälde" und "Untere Hälde" wurde schon vor der Eingemeindung am 01.01.1975 die Voraussetzung geschaffen, dass Diedelsheim einmal über 3.000 Einwohner haben wird.

Das Wappen von Diedelsheim

Eine Reihe von Missverständnissen führten zum heutigen Wappen des Stadtteils Diedelsheim

"In Blau eine springende Forelle"

Ursprünglich stellte das Wappenbild ein Hufeisen auf einem Schild (1508), das seit mindestens 1494 bestand. Später wurde aus dieser Dorfmarke ein gestürzter oder zunehmender Halbmond. Er wurde als Gerichtssiegel verwendet und auf Gemarkungsgrenzsteine übertragen. Im 19. Jahrhundert versahen Heraldiker das Dorfzeichen sogar mit einem Gesicht. Auf Betreiben des Generallandesarchivs entschied der Gemeinderat von Diedelsheim im Jahre 1911, dass der gestürzte Halbmond ohne Gesicht verbindlich sei. Trotzdem kam eine abwegige Meinung über das Aussehen des Wappens auf. Ab 1938 wurde konsequent eine Änderung des Wappens angestrebt.

Die ehemaligen Ortsherren, die Kechler von Schwandorf hatten seit 1552 vom Hochstift Speyer das Lehen übertragen. Sie führten in ihrem Familienwappen einen gebogenen Fisch. Da sie in Diedelsheim umfangreichen Einfluss hatten ist es logisch und historisch durchaus vertretbar, dass ihr Wappen auch Ortswappen ist. Am 22.04.1963 wurde das Wappen in seiner heutigen Form vom Innenministerium Baden-Württemberg mit entsprechender Flagge (weiß-blau) verliehen.

Wappen von Diedelsheim