Bauerbach

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 778. Seit 1972 ist Bauerbach Stadtteil von Bretten und hat aktuell ca. 1.300 Einwohner. Sehenswert ist das Rathaus aus dem Jahr 1585.

Die Gemarkung Bauerbach ist ca. 900 ha groß. Davon sind 200 ha Wald und 614 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Fläche des Ortsetters beträgt 34 ha. Sonstige Flächen (Straßen, Bahn u.ä.) belegen 35 ha.

Verkehrsanbindung:

  • Stadtbahnlinie S4
  • Bundesstraße B 293 Karlsruhe – Heilbronn.

Ortsverwaltung Bauerbach

    • Wolfgang Rück
    • Ortsvorsteher
    • Sprechzeit:
    • Dienstag:
    • 17.00 - 19.00 Uhr
  • Mehrzweckhalle, Industriestraße 24
  • 07258 8982

Ortschaftsrat

Ament, Georg SPD
Dickemann, Carola CDU
Gutjahr, Asja SPD
Halgato, Birgit SPD
Lohner, Kuno CDU
Müller, Torsten CDU
Rück, Wolfgang CDU

Infrastruktur:

  1. Kindergarten St. Peter
  2. Grundschule
  3. Bäckereifiliale
  4. Bankfilialen
  5. 2 Gastronomiebetriebe
  6. Verschiedene Handwerksbetriebe
  7. Geplantes Neubaugebiet "Obere Krautgärten"

Sehenswerte Bauwerke:

  1. Rathaus aus dem Jahre 1585
  2. Amtshaus "Alte Schule" - 1760
  3. Pfarrkirche St. Peter - 1792
  4. Fachwerkgebäude

Freizeit:

  1. Sportplatz
  2. Sporthalle
  3. Verschieden Spielplätze
  4. Hundesportplatz
  5. Kleintierzuchtanlage
  6. Vielfältiges Vereinsleben

Die Geschichte des Stadtteils Bauerbach

778
Erste urkundliche Erwähnung von "villa Burbach" in Creichgowe" im Güterbuch des Klosters Lorsch.

1100
Ein fränkischer Adliger mit dem Namen "de Burbach" schenkt umfangreichen Ackerbesitz, dazu eine Mühle, einen Weinberg und die Kirche dem Kloster Hirsau. Bauerbach hatte "zwei Herren", nämlich den Kaiser, dem die Oberhoheit mit der sog. Blutgerichtsbarkeit zur Ahndung schwerer Verbrechen zustand, und Hirsau. Die zweigeteilten Rechtsverhältnisse führten andauernd zu Streitereien.

1462
Nach dem Ende des pfälzischen Krieges nimmt der siegreiche "Pfälzer Fritz" Bauerbach in "Schutz und Schirm". Der Ort hatte jetzt drei Obrigkeiten.

1511
Hirsau verkauft mit Zustimmung des Kaisers seine Rechte am freien Reichsdorf Bauerbach an das Domkapitel Speyer. Auch die neuen Herren versuchten ihre Macht durch Abgaben und Frondienste ständig zu steigern, was schließlich dazu führte, dass sich die Bauerbacher der Volkserhebung im Bauernkrieg anschlossen.

1585
Das Ortsbild prägende Rathaus wird errichtet.

1622
.... und während des gesamten 30-jährigen Krieges wird der Ort mehrmals geplündert, zeitweilig war er menschenleer. Nur der Name Göpferich hat diese schlimme Zeit überlebt. Die neuen Bewohner sind aus verschiedenen Gegenden, z.T. auch aus der Schweiz, Österreich, Tirol und Lothringen eingewandert.

1675
Großes Sterben infolge einer Seuche.

1708
Der Pfälzer Kurfürst Johann-Wilhelm tritt seine Rechte an das Domkapitel ab, das jetzt "Alleinherrscher" ist. Die Bevölkerung hatte es dadurch nicht leichter. Als ersten Schlag machten die Domherren den Bauerbachern das Recht an ihrem Wald streitig, was zu jahrelangen Prozessen bis hin zum Reichskammergericht in Wetzlar führte.

1726
Nach einem Großbrand 1724 ist der Widerstandswille gebrochen und es kommt zu einem Vergleich, in dem das Domkapitel anerkannte, dass der Wald Eigentum der Gemeinde ist und der Herrschaft nur die forstmäßige Aufsicht zusteht.

1760
Speyer betont seine Machtansprüche durch den Bau des Amtshauses (heute Schulhaus).

1792
Der Neubau der Kirche wird eingeweiht. Für das Langhaus war das Domkapitel zu Speyer baupflichtig, für den Turm die Gemeinde. Der Turm senkte sich, musste abgebrochen und wieder neu aufgebaut werden.

1803
Nach dem französischen Revolutionskrieg bei der Neugliederung der süd-westdeutschen Länder durch Napoleon bzw. den Reichsdeputationshauptschluss kommt Bauerbach zum Kurfürstentum (seit 1806 Großherzogtum) Baden und wird dem Amtsbezirk Bretten zugewiesen.

1812
Sieben "Söhne Bauerbachs" nehmen an Napoleons Russlandfeldzug teil.

1816
Eine Hungersnot zwingt viele Leute zur Auswanderung.

1848
Eine Bürgerwehr wird gegründet.

1866
Bauerbacher Bürger nehmen am preußisch-österreichischen Krieg teil.

1870
Bauerbacher Bürger nehmen am deutsch-französischen Krieg teil. Am Alten Schulhaus wird später ein inzwischen bei Renovierungs-arbeiten zerstörtes und verschwundenes Denkmal errichtet.

1879
Die Kraichgaubahnstrecke nach Eppingen wird in Betrieb genommen.

1909
Erbauung der ersten Wasserleitung.

1910
Errichtung einer elektrischen Häuser- und Straßenbeleuchtung. Erbauer und Betreiber der Anlage sowie Stromlieferant war Mechanikermeister Hermann Stäb. Er produzierte bis 1920 den Strom mit einem motorgetriebenen Aggregat.

1918
Im Ersten Weltkrieg sind 31 Bauerbacher gefallen, ihre Namen sind auf dem Denkmal vor der Kirche verzeichnet.

1945
Im Zweiten Weltkrieg sind 57 Einwohner gefallen oder vermisst. Ihre Namen sind in der Gedenkstätte auf dem Friedhof festgehalten.

1972
Bauerbach wird Stadtteil der Großen Kreisstadt Bretten.

2001
.... ist Bauerbach eine Wohngemeinde mit knapp 1200 Einwohnern. Sie ist durch die Stadtbahn gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

An Infrastruktureinrichtungen sind vorhanden:
Verwaltungsstelle im Rathaus, Grundschule, Kindergarten, Mehrzweckhalle, Bankfilialen, ein kleiner Supermarkt mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, Bäcker, Blumenladen, zwei Gastwirtschaften, mehrere Vereinsheime und einige Handwerksbetriebe.

Der Ort ist durch ein reges Vereins- und Gruppenleben geprägt: Fußballverein, Gesangverein, Hundesportverein, Kleintierzuchtverein, Landfrauenverein, Musikverein, Obst- und Gartenbauverein, Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes, Schützenverein, sowie Feuerwehr, Katholische Frauengemeinschaft, Katholische Landjugend, eine Freizeitsportgruppe und andere bieten den Einwohnern Gelegenheit zur vielfältigen Betätigung.

Das Wappen von Bauerbach

Das Wappen von Bauerbach geht auf ein seit 1537 bekanntes Ortssiegel zurück. Es ist eines der ältesten Kraichgauer Dorfsiegel.

Dieses Siegel zeigt auf dem geteilten Wappenschild links einen halben Reichsadler. Er weist auf die ehemalige Rechtsstellung des Ortes als Reichsdorf im Hoch- und Spätmittelalter hin. In der rechten Hälfte ist eine aufrecht dargestellte Hacke (Karst) zu sehen, die als bäuerliches Symbol aufgenommen worden sein dürfte.

Obwohl der Ort bereits 1511 vom Abt und Konvent des Klosters Hirsau an das Speyrer Domkapitel verkauft wurde, blieb das bestehende Siegel erhalten. Selbst bei der Angliederung an Baden 1803 wurde das Siegel weitergeführt.

Im Jahre 1911 wurde eine vom Generallandesarchiv Karlsruhe vorgeschlagene stilistische Änderung von der Gemeinde als endgültige Festlegung akzeptiert. Für die Darstellung des Wappens in schwarz/weiß werden heraldische Schraffuren verwendet. Das Wappen des Brettener Stadtteils Bauerbach wird wie folgt beschrieben: im gespaltenen Schild vorn in Gold (schwarz gepunktet) ein rotbewehrter und rot bezungter (senkrechte Schraffur) halber schwarzer Adler am Spalt, hinten in Rot (senkrechte Schraffur) eine aufrechte goldene (schwarz gepunktet) Hacke.

Quellen: Wappenbuch des Landkreises Karlsruhe, hrsg. vom Landkreis Karlsruhe

Otto und Willy Bickel: Bauerbach – Vom Reichsdorf zum Brettener Stadtteil, S. 233 ff.