Stadtentwicklungskonzept wird konkret

Wie und wo soll sich Bretten weiterentwickeln? Welches sind die künftigen Schwerpunkte und Ziele der Stadtentwicklung? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Stadt Bretten in Zusammenarbeit mit der imakomm Akademie seit gut einem Jahr im Rahmen der Erarbeitung des „Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) Bretten“.

Nach dem anfänglich sehr offenen Sammeln von Maßnahmen und Ideen zur künftigen Entwicklung Brettens mit breiter Bürgerbeteiligung wurden mittlerweile die Schwerpunkte und Ziele des ISEKs definiert. Die Vielzahl an Maßnahmen (1.209 Stück!) konnte durch die Mitarbeit verschiedener Gremien sowie dem fachlichen Input durch die imakomm AKADEMIE verdichtet, selektiert, priorisiert und teilweise im Detail ausgearbeitet werden. Nun soll der ISEK-Prozess unter erneuter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zum Abschluss kommen, bevor das ISEK als städtebauliches Entwicklungskonzept vom Gemeinderat offiziell verabschiedet wird und die Umsetzung erster Maßnahmen beginnt.

Bis zum heutigen Tag ist bei der kooperativen Erarbeitung des ISEKs Bretten viel passiert: Die Brettener Bürgerinnen und Bürger, die Stadtverwaltung und eine Projektgruppe, die sich aus einem paritätisch besetzten Kreis an Menschen aus Bretten zusammensetzt, haben sich Gedanken darüber gemacht, welche Richtung die künftige Entwicklung der Stadt Bretten einschlagen soll. Oberbürgermeister Martin Wolff hat bereits zu Beginn des Projektes im Herbst 2014 betont: „Wichtig ist, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger an der Erarbeitung des ISEKs und somit an ihrem Bretten der Zukunft umfassend beteiligen können“. Dies ist gelungen! Die Berücksichtigung aller Interessen wurde durch eine ausgewogene Mischung aus gezielter Bürgerbeteiligung und breiter Bürgerbeteiligung (öffentliche Veranstaltungen in der Kernstadt und in allen Stadtteilen) gewährleistet.

Was genau ist passiert mit den 1.209 Maßnahmen?

Die stattliche Anzahl von 1.209 Maßnahmen, die durch die gute und intensive Mitwirkung der Bürgerschaft zusammengetragen wurden, sind in den vergangenen Wochen weiter bearbeitet worden. Aus der Fülle der Maßnahmen wurde eine Clusterung abgeleitet, die die Maßnahmen in grobe Themenbereiche eingeteilt hat. Aus den konkreten Inhalten der Maßnahmen wurden die zentralen Ziele zu den einzelnen Schwerpunktthemen abgleitet.

Parallel zur breiten Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger wurde die Frage der künftigen Stadtentwicklung „von oben“ angegangen. Das heißt es wurden übergeordnete Handlungsschwerpunkte sowie Querschnittsthemen definiert, die in allen künftigen Projekten und Maßnahmen Berücksichtigung finden sollen. Die Schwerpunkte des ISEKs sind: Wohnen & Lebensraum, Arbeit & Versorgung, Verkehr & technische Infrastruktur, Bildung & Soziales, Kultur & Freizeit sowie Image, Identität & Positionierung. Als Querschnittsaufgaben wurden folgende Aspekte festgelegt: Marketing/Öffentlichkeitsarbeit, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Finanzen/Schuldenabbau.

In den vergangenen Wochen wurden die 1.209 Maßnahmen auf die Querschnittsaufgaben hin überprüft und diejenigen Maßnahmen, die diese Kriterien erfüllen, herausgefiltert, ausgearbeitet und mit Priorität versehen. Das Ergebnis: Rund 110 der insgesamt 1.209 Maßnahmen stehen nun zur Diskussion: Welche Maßnahme wird wann umgesetzt (kurz, mittel- oder langfristig)? Welche Priorität hat die Maßnahme, ist diese „sehr wichtig“ (Priorität 1) oder „wichtig“ (Priorität 2)? Zudem wird auch die Hauptverantwortlichkeit bei der Umsetzung berücksichtigt: Bei welcher Maßnahme können sich auch Private, Unternehmer, Vereine oder Interessenverbände an der Umsetzung einbringen?

Wie werden die Maßnahmen ausgewählt, die umgesetzt werden?

Die Auswahl der Maßnahmen, die umgesetzt werden sollen, erfolgt nun Mitte März wieder durch eine Sitzung der Projektgruppe. Das Ergebnis: Diejenigen Maßnahmen, die „kurzfristig“ und mit „Priorität 1“ bewertet und ausgewählt werden, sollen bei der Verabschiedung des ISEKs durch den Gemeinderat auch vorrangig zur Umsetzung beschlossen werden. Alle weiteren Maßnahmen gehen nicht verloren! Sie werden in einem Ideenpool für die künftige Stadtentwicklung gesammelt.

Wie lebt das ISEK Bretten nachhaltig und spürbar?

Auch die Erarbeitung einer nachhaltigen Umsetzungsstruktur wird bei den weiteren Überlegungen eine zentrale Rolle spielen. Denn: „Ziel ist es, dass das ISEK in Bretten nachhaltig lebt und durch die Bürgerinnen und Bürger auch mitgetragen wird“, erläutert Projektleiter Dr. Peter Markert von der imakomm AKADEMIE. Die Umsetzungsstrukturen werden in den kommenden Wochen erarbeitet und diskutiert. Dabei sollen sich auch die Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen einbringen und das ISEK durch ihre Mitarbeit mit Leben füllen.

Was genau kommt denn nun raus beim ISEK?

Die konkreten Inhalte der Schwerpunktthemen haben durch den Abschluss der Zielformulierungen und die Vorauswahl zentraler Maßnahmen nach der beschriebenen Methodik Gestalt angenommen. Was verbirgt sich hinter dem Schwerpunkt Wohnen & Lebensraum? Was steckt im Thema Arbeit & Versorgung oder Verkehr & technische Infrastruktur? Welche Inhalte bringen die Schwerpunkte Bildung und Soziales oder Kultur und Freizeit? Welche Maßnahmen sind zum Thema Image, Identität und Positionierung zuzuordnen? Einblicke in die Entwürfe und Inhalte dieser sechs Schwerpunktthemen sollen im Folgenden dargestellt werden. Diese zeigen den aktuellen Zwischenstand (in Auszügen) auf und werden im weiteren Projektverlauf nochmal mit verschiedenen Gremien abgestimmt. Die abschließende inhaltliche Ausrichtung muss der Gemeinderat als entscheidendes Gremium beschließen.

Vorläufige zentrale Inhalte des Schwerpunkts

 „Wohnen & Lebensraum“

Der Schwerpunkt „Wohnen & Lebensraum“ mit dem Motto „Bretten fühlt sich gut an“  zeigt durch die formulierten Ziele einen Fokus auf die Entwicklung und den Umgang mit Wohnflächen, den Naturraum, mit öffentlichen Gebäuden oder auch mit der Wohn(umfeld)qualität. Konkret soll die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch Innenentwicklung und nachhaltige Außenentwicklung erreicht werden. Dies soll durch Maßnahmen wie beispielsweise ein aktives Baulückenmanagement, den Ausbau des Sozialen Mietwohnungsbaus oder auch durch die Förderung sozial durchmischter Wohngebiete erreicht werden. Auch die Steigerung der Wohnqualität und der Wohnumfeldqualität sowie die verstärkte Schaffung von Aufenthaltsqualität, auch durch optische Gestaltung, sollen vor dem Hintergrund weiterer Stadterneuerungsmaßnahmen angegangen werden. Konkrete Ideen stellen beispielsweise auch die Modernisierung von Stadtmobiliar und von Spielplätzen oder auch eine verstärkte Sauberkeit in der Stadt dar. Auch der Erhalt und die Pflege öffentlicher Gebäude in der Gesamtstadt wird thematisiert, ebenso der Erhalt des Naturraums als ein wesentlicher Bestandteil des Lebensraums.

Vorläufige zentrale Inhalte des Schwerpunkts

 „Arbeit & Versorgung“

„Bretten gibt Raum“  lautet das Motto des zweiten Schwerpunkts Arbeit & Versorgung. Die wichtigsten Themenfelder, die sich dahinter verbergen, sind beispielsweise die Schaffung einer multifunktionalen Innenstadt mit zusätzlichen Frequenzbringern, die weitere Anlässe zum Besuch der Innenstadt geben und auch mehr Belebung schaffen. Hierfür stehen konkrete Ideen wie beispielsweise die grundlegende Entwicklung eines „Basiskonzeptes“ für die Innenstadt oder auch die Bewerbung der innerstädtischen Angebote bereit. Als weiteres Ziel ist ein professionelles Citymanagement festgehalten. Dieses soll beispielsweise durch die Schaffung einer Citymanager-Stelle und den intensiveren Austausch zwischen Stadtverwaltung und VBU erreicht werden. Mit der Erarbeitung eines Grundkonzepts zur Versorgung in allen Stadtteilen, bspw. auch durch einen Lieferservice oder Nachbarschaftshilfe soll die Lebensmittelversorgung in der Gesamtstadt grundsätzlich und langfristig sichergestellt werden. Ebenfalls wird das Thema der medizinischen Versorgung mit Maßnahmen wie beispielsweise dem Erhalt der Rechbergklinik oder der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung aufgriffen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Bretten wird in der Erarbeitung eines strategischen Wirtschaftsstandortkonzepts, kontinuierlicher Bestandspflege oder auch aktiver Wirtschaftsförderung berücksichtigt. Zudem sollen neue gewerbliche Flächen ausgewiesen und vorhandene gepflegt werden, um auch weiterhin wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven zu schaffen.

Vorläufige zentrale Inhalte des Schwerpunkts

 „Verkehr & technische Infrastruktur“

Der Schwerpunkt „Verkehr & technische Infrastruktur“ mit dem Motto „Bretten bewegt sich“ berücksichtigt die Themenbereiche Verkehrsentlastung, alternative Mobilitätskonzepte und Barrierefreiheit, insbesondere von öffentlichen Einrichtungen. Auch Parkraumkonzepte, beispielswiese in der Innenstadt, sowie der Ausbau der Breitbandversorgung und des Hochwasserschutzes stellen wichtige Inhalte dar. Konkrete Ideen für die Themenbereiche sind beispielsweise die Umgestaltung einzelner Straßen, die Verkehrsentlastung der Innenstadt oder auch der Ortsdurchfahrten. Der Ausbau der ÖPNV-Anbindung in die Stadtteile wird ebenfalls thematisiert. Dabei spielen auch alternative Mobilitätskonzepte, wie der Ausbau des Carsharing-Angebots oder auch von Radwegen, eine Rolle. Auch die Prüfung einer Umgehungsstraße mit dem Ziel der innerörtlichen Verkehrsentlastung stellt eine mögliche Maßnahme dar. Vor allem das wichtige Thema Hochwasserschutz wird durch Ideen wie der Erstellung eines interkommunalen Gesamtkonzepts zum Hochwasserschutz und auch ein Krisenmanagement berücksichtigt.

Vorläufige zentrale Inhalte des Schwerpunkts

 „Bildung & Soziales“

Der Schwerpunkt „Bildung & Soziales“ mit dem Motto „Bretten verbindet“ berücksichtigt die Kernthemen Bildungs- und Betreuungsangebote, die Förderung von Begegnung und die Integration verschiedenster Glaubensrichtungen und Kulturkreise. Hierfür soll beispielsweise die Zusammenarbeit bestehender Institutionen wie Schulen verbessert, bezahlbare Betreuungsangebote geschaffen oder die Sprachförderung ausgebaut werden. Um die Begegnungen zu fördern könnten die bestehenden Angebote oder auch Räumlichkeiten besser bekannt gemacht werden und durch einen ehrenamtlich getragenen runden Tisch Maßnahmen zur Integration erarbeitet werden. Auch die berufliche Bildung für Migranten oder die Schaffung von interkulturellen Begegnungsräumen werden als mögliche Maßnahmen des Schwerpunkts Bildung und Soziales genannt.

Vorläufige zentrale Inhalte des Schwerpunkts

 „Kultur & Freizeit“

„Bretten zieht an“  lautet das Motto des Schwerpunkts Kultur & Freizeit. Die wichtigsten Themenfelder, die sich dahinter verbergen, sind beispielsweise der Ausbau von Kultur- und Freizeitangeboten für Jugendliche, Familien und ältere Menschen. Dafür soll beispielsweise das Jugendhaus erweitert oder ein Trimm-Dich Pfad errichtet werden. Zudem sollen Naherholungsräume erlebbar gemacht werden. Besonderer Fokus liegt auf der Erlebbarkeit des Elements Wasser oder auch der Ergänzung von Wander- und Spazierwegen. Zur Förderung des Fremdenverkehrs und gleichzeitig zur stärkeren Bindung der Kunden an den Freizeit- und Kulturstandort Bretten sollen die Veranstaltungen besser vermarktet werden und durch aktives Marketing auch bestehende touristische Angebote aktiviert werden.

Vorläufige zentrale Inhalte des Schwerpunkts

 „Image, Identität & Positionierung“

Der Schwerpunkt „Image, Identität & Positionierung“, das Motto lautet „Bretten profiliert sich“, beinhaltet die Erarbeitung eines Markenbildungsprozesses, der die Alleinstellungsmerkmale der Stadt Bretten identifizieren und gleichzeitig die klare Positionierung der Stadt fokussieren soll. Weiter soll auch eine moderne und transparente Arbeits- und Kommunikationsstruktur in der Stadtverwaltung etabliert werden, beispielsweise über die verstärkte Nutzung digitaler Medien oder auch die Schaffung von Transparenz beispielsweise in Stadtentwicklungsthemen. Zudem stärkt eine weitere Idee die aktive Mitsprache ehrenamtlicher Bürger/innen durch die Einrichtung eines Bürgerrates.

Wie geht es nun weiter mit dem ISEK?

Die Ziele und Maßnahmen der sechs Handlungsschwerpunkte stellen vorläufige Ergebnisse dar, die sich in den letzten Zügen der ISEK-Erstellung durch die Bearbeitung weiterer Gremien noch verändern können. Die Verabschiedung des ISEKs soll durch den Gemeinderat als städtebauliches Entwicklungskonzept bis zum Frühsommer 2016 erfolgen, danach startet die Umsetzung erster Maßnahmen.

Bis dahin: Machen Sie sich schlau über das ISEK Bretten auf der Webseite der Stadtverwaltung. Hier könnenin Kürze alle Maßnahmen einsehen, die im Rahmen der ISEK-Erstellung eingebracht wurden. Nutzen Sie die Chance und machen Sie mit: Gemeinsam gestalten wir die Zukunft Brettens!

Erarbeitet wird das ISEK Bretten von der imakomm AKADEMIE GmbH aus Aalen, die mittlerweile über 300 Kommunen v.a. im süddeutschen Raum gerade auch bei der Entwicklung von Stadtentwicklungskonzepten und Leitbildern unterstützt hat. Auf Seiten der Stadtverwaltung wird das Konzept vom Amt Stadtentwicklung und Baurecht betreut. Ansprechpartner bei Fragen zum Projekt sind:

Amtsleiter Ulrich Braun (Telefon: 07252 / 921-610, Telefax: 07252 / 921-925, Email: ulrich.braun@bretten.de) sowie seine Stellvertreterin Cornelia Hausner (Telefon: 07252 / 921-611, Telefax: 07252 / 921-925, Email: cornelia.hausner@bretten.de).