Schutzgeister in den Religionen der Indianer

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In den Stammesreligionen der indianischen Ureinwohner Amerikas finden sich in ausgeprägter Weise zahlreiche Vorstellungen von Schutzgeistern einzelner Personen und Dorfgemeinschaften.

Bei vielen indianischen Völkern (aber z.B. auch bei den Ureinwohnern Australiens und bei verschiedenen afrikanischen Stämmen) gibt es den Glauben an den Totem, ein Wesen, von dem die jeweilige Person oder ihre Sippe abstammt. Das Wort „Totem“ selbst kommt aus der Sprache der Algonkin im Süden Kanadas. Seinen Totem hat ein Mensch immer von Geburt an, er kommt entweder aus der väterlichen oder mütterlichen Seite seiner Vorfahren zu ihm. Er ist das ganze Leben hindurch persönlicher Helfer und Schutzgeist. Er kann Tiergestalt annehmen, der Verzehr der entsprechenden Tiere ist mit einem Tabu, einem absoluten Verbot, belegt. Wird das Tabu gebrochen, erlischt der persönliche Schutz des Totem.

Das Volk der Hopi im Südwesten der USA verehrt im Rahmen besonderer religiöser Zeremonien die Kachina, die – ähnlich wie Engel - als Mittler zwischen den Göttern und den Menschen gelten. Den Kachina werden vielfältige Hilfs- und Schutzfunktionen zugeschrieben. Bei den Ritualen der Hopi werden die Kachina durch vielfältig kostümierte Tänzer dargestellt. Daneben gibt es zahlreiche kleine Puppen, die meist aus dem Holz der Pappelwurzel geschnitzt und dann bemalt und verziert werden. Auch diese Puppen verkörpern die Kachina mit ihrer besonderen Schutzkraft.

Die Irokesen im Osten Nordamerikas glauben an die „Strohgesichter“, ein übernatürliches Volk, dass nach den Überlieferungen der Stämme auf der anderen Seite der Erde lebt. Sie sollen den Menschen einst die wesentlichen Kenntnisse der Jagd und des Ackerbaus beigebracht haben und ihnen zweimal im Jahr erscheinen. Maisstrohmasken, die zu bestimmten rituellen Anlässen gezeigt oder getragen werden, sollen die geheimnisvollen „Strohgesichter“ mit ihren Schutz- und Hilfsfunktionen symbolisieren. Die Aufführung ritueller Tänze mit den Strohgesicht-Masken obliegt einem besonderen Bund von Stammesmitgliedern, dessen Angehörigen auch Heilkräfte zugesprochen werden. Allerdings sind die „Strohgesichter“ keine individuell zugeordneten Schutzwesen, sondern Helfer des gesamten Stammes.