Mittelalterliches Treiben
Am Samstag eröffnen die Bauern nachmittags Lager und Markt. Neben der Garküche, die Speisen nach mittelalterlichen Rezepten zubereitet, versucht ein Kürschner seine Felle an den Mann zu bringen. Die klingenden Hammerschläge des Waffenschmieds werden stündlich vom dumpfen Schlag des "Balduff", einer Feldschlange aus dem Geschützpark der Verteidiger von 1504, unterbrochen. Schindelmacher, Seifensieder und Käser bieten ihre Erzeugnisse an. Ein Bader demonstriert sein Gewerbe. Der Medicus "schröpft" seine Kunden. Zimmerleute bauen einen Dachstuhl auf und feiern mit Liedern und Tänzen Richtfest. In der Handwerkergasse zeigen Papyrer und Drucker, Filzhutmacher und Beutler, Glaser, Kerzenzieher und Töpfer ihre handwerklichen Fertigkeiten. Ein Rechenmeister unterrichtet die Zuschauer in mittelalterlicher Arithmetik. Die Fladen vom Bäcker und das Selbstgebraute vom Bierbrauer finden reißenden Absatz. Am Marktbrunnen klopfen und schrubben Waschweiber weiße Laken. Am späten Nachmittag ziehen die Schäfer aus ihrem Lager, um in zwei Läufen die Siegerinnen und Sieger beim Schäferlauf zu ermitteln. Die Strecke verläuft auf der Melanchthonstraße durch ein dichtes Spalier von Zuschauern und endet am Marktplatz. Zwischen den Lagern und den Handwerkerständen ergötzen Gaukler, Musici und Komödianten das Publikum, Bettler versuchen ein Almosen zu ergattern. Die Landsknechte demonstrieren das Recht der langen Spieße, den Gassenlauf. Die Stadtwache unterhält mit Liedern und Tänzen die Zuschauer. Diese Demonstration mittelalterlichen Lebens wird am Sonntag nach dem Festzug wiederholt und fortgesetzt. Spät in der Nacht zieht der schauerliche Pestumzug mit dumpfem Trommelschlag durch die Altstadt.





