Ideen für eine nachhaltige Stadtentwicklung in der Melanchthonstadt Bretten

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Drei Projektentwickler/Investoren präsentierten am 19. Juli 2010 im Brettener Gemeinderat ihre Konzepte zur städtebaulichen Neuordnung des Sporgassenareals unter Einbeziehung des Geländes auf dem heute noch das ehemalige Schneider-Kaufhaus steht. Rund hundert Bürgerinnen und Bürger verfolgten gespannt die Ausführungen der einzelnen zum Wettbewerb angetretenen Firmen. Oberbürgermeister Martin Wolff wertete die hohe Zahl der Besucher als positives Zeichen eines „regen Interesses“ am zentralen Thema der städtebaulichen Entwicklung Brettens der nächsten Jahre. Nachdem das ehemalige Schneider-Kaufhaus von der Stadt erworben wurde, formulierte die Verwaltung ihre Ziele für dieses zentrale Areal:
Hauptziel ist die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt für das Handelsangebot und das Wohnen. Schließlich gilt es auch den Verkehr zu optimieren. Voraussetzung ist ein gut erreichbarer Einkaufsmagnet, der auch auf den innerstädtischen Einzelhandel wirkt. Angestrebt wird im Areal eine Verkaufsfläche von mindestens 4.000 qm, Dienstleistungen auf ca. 1.000 qm, 15-20 hochwertige Wohneinheiten und eine städtebaulich repräsentative öffentliche Platzfläche von mindestens 2.000 qm. Eine Tiefgarage soll den Zustrom an automobilen Kunden und Touristen aufnehmen, mit neuen Blick- und Wegebeziehungen sollen Markplatz und Sporgasse und der Bereich um die katholische Kirche miteinander verbunden werden.

In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates hatten drei mögliche Investoren/Projektentwickler die Chance, ihre Grobkonzepte zu präsentieren und für sie zu werben.

Mit angestrebten 5.500 qm Verkaufsfläche hofft die auch sonst in der Region tätige Firma SEPA (z.B. Bruchsal) attraktive Frequenzbringer für Bretten interessieren zu können.
Die niederländische Firma Ten Brinke Bertram (auch mit vielen Referenzobjekten in Städten vergleichbarer Größe) geht sogar von maximal 7.500 qm vermietbarer Verkaufsfläche aus.
Die eher bei der Entwicklung von Einzelhandelsobjekten in größeren Kommunen agierende Firma Newport, geht skeptisch von 3.150 qm Verkaufsfläche aus.
SEPA beabsichtigt 1.840 qm Dienstleistern zur Verfügung zu stellen, Ten Brinke und Newport rund 1.200 qm.
Erhebliche Unterschiede gibt es beim angedachten Angebot für innerstädtisches Wohnen: SEPA beabsichtigt auf 2.700 qm 30 Wohneinheiten zu erstellen und zu vermieten, Ten Brinke auf 1.200 qm 15 Wohneinheiten, Newport wäre bereit, auf 1.560 qm 18 Wohn-einheiten zu planen – aber ohne deren Vermarktung zu übernehmen.
Der öffentliche Stadtplatz – er soll auch beim Peter-und-Paul-Fest für den Vergnügungspark nutzbar sein – bewegt sich bei allen drei Anbietern im Bereich von 2.500 qm. Zum Teil könnte man darauf auch parken, wobei der hoffentlich durch Handel und Dienstleistungen gestiegene Bedarf an Parklätzen bei SEPA (260 Stellplätze) und Ten Brinke (ca. 300) unter die Erde soll.  Newport sieht neben 65 Stellplätzen auf dem Festplatz, 120 in einem überirdischen Parkhaus vor.

Die Grobkonzeptionen von SEPA und Ten Brinke sind durchaus ähnlich – bei individuellen Einzellösungen: Beide gehen von Tiefgaragen aus, beide wollen den (beruhigten) Verkehr auf der Sporgasse beibehalten, beide sehen auf dem Schneider-Areal zwei Baukörper vor, die eine weitere Blick- und Wegebeziehung von der Altstadt zum Stadtpark ermöglichen – bei Ten Brinke auf unterschiedlichen Ebenen -, beide sind optimistisch, dass sie attraktive Handelsketten unterschiedlicher Branchen für Bretten interessieren können. Und schließlich treten beide als Entwickler und Vermarkter für das gesamte Areal auf: Sie sind die Investoren, betreiben die Mieter- und/oder Käuferakquise und übernehmen das Management für den Komplex.
Unterschiede in beiden Konzeptionen finden sich vor allem in städtebaulichen Aussagen zur Nutzung und Gestaltung des öffentlichen Raumes.
Dominantes Merkmal bei SEPA sei die Gestaltung des Höhen-versprungs zur katholischen Kirche mit einer Freitreppe bzw. Terrassenanlage, die während der Bespielung des Festplatzes als eine Art Tribüne mit Sitzgelegenheit fungieren könne. Ten Brinke Bertram schafft mit der intensiven Begrünung und landschaftsarchitektonischen Modellierung der Dachlandschaft der östlichen Bebauung des Sporgassenareals eine direkte Anbindung des Stadtparks an die Brettener Altstadt. Diese Interpretation eines städtischen Parks könne auf vielfältige Art und Weise bespielt werden und habe das Potenzial die Brettener Altstadt in ihrer Aufenthaltsqualität aufzuwerten.  
Auch Newport nutzt den Höhenunterschied zwischen dem Niveau des heutigen Sporgassenparkplatzes und des Promenadenweges für die Gestaltung von zwei Treppenanlagen. Insbesondere die Freitreppe vor der katholischen Kirche verspreche eine hohe Aufenthaltsqualität für den vorgelagerten Festplatz. Newport wäre nur bereit, einen Lebensmittelvollsortimenter auf den Sporgassenplatz anzusiedeln und kleinflächigen Einzelhandel im Erdgeschoss des neuen Gebäudes auf dem Schneider-Gelände.

Die Antworten auf die zahlreichen Fragen der Stadträtinnen und Stadträte an die Projektentwickler/Investoren rundeten das Bild der Absichten, Vorhaben und Hoffnungen ab.

Oberbürgermeister Martin Wolff betonte noch einmal, dass die präsentierten Grobkonzepte, die ohne Kosten für die Stadt zum Wettbewerb eingereicht wurden,  Denkanstöße sind, die einerseits noch geprüft, andererseits weiterentwickelt werden sollen und müssen.

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